26.06.2020

Ingrid Kreul

Begegnung im Wolfsrevier

Hallo zusammen,

jetzt bin ich noch völlig von der Rolle und muss Euch aber unbedingt erzählen, was mir heute passiert ist. Wer mich kennt, weiß, dass ich mit Wölfen eigentlich kein Problem habe. Wir kennen uns, wir sehen uns öfter und wir respektieren uns. Dachte ich zumindest bis heute Abend.

Ich fuhr heute Abend recht kurz entschlossen in den Landesforst und setzte mich bei Ostwind auf einen niedrigen Drückjagdbock, welcher neben einem recht viel begangenen Weg steht. Von dort aus kann man drei Schneisen einsehen und natürlich den Weg. Etwa fünf Meter hinter mir lagen Cosma und Quilla in einer Bodensenke. Im Wald ist totale Ruhe. Nur die Raben nerven mich etwas. Zwischendurch überlege ich, ob vielleicht im Nachbarrevier irgendwo ein Kadaver oder Aufbruch liegt. Und dass die Raben oft mit den Wölfen gemeinsam unterwegs sind.
Ab und zu schaue ich hinter mich nach den Hunden. Quilla schläft. Aber Cosma ist hellwach. Sollte doch noch Wild kommen?

Gegen 21.15 Uhr glase ich wieder erfolglos die Schneisen ab und drehe mich dann zu den Hunden um. Quilla liegt jetzt auch aufmerksam da und schaut wild um sich. Da sucht plötzlich Cosma Blickkontakt zu mir. Sie schaut völlig entsetzt aus und dreht die Augen so weit hervor, dass man den weißen Augapfel sieht. Was ist denn mit ihr los? Ich nicke ihr zu. Jetzt geht ihr Blick etwas tiefer und ich drehe mich zurück.

Da steht direkt an meiner Leiter ein Wolf. Für die erste Schrecksekunde schießt mir die Frage durchs Gehirn: Wo kommt denn der Schäferhund her? Doch sofort ist auch klar, es ist wirklich ein Wolf! Er äugt von mir zu den Hunden und wieder zurück. Nicht meine Hunde!!! Ich schreie ihn an! Er läuft zehn Meter davon, verharrt aber erneut und geht in Blickkontakt. Doch nun springe ich auf und fasse auch nach der Waffe. Da verschwindet er im Wald. Die Hunde sind nervös, liegen aber immer noch brav. Wie weit ist der Wolf weg?

Jetzt höre ich es von zwei anderen Seiten knacken. Und schlagartig wird mir klar, dass ein einzelner Wolf wohl nie so dreist wäre. Innerhalb weniger Sekunden habe ich abgebaumt, lasse alles unterm Hochsitz liegen und sperre erst mal die Hunde ins Auto. Dann fahren wir zum Sitz und laden den Rest ein.
21.30 Uhr ist unser Ansitz beendet. Ich selbst hatte keine Angst. Wenn allerdings ein Wolf meine Hunde angegriffen hätte, wäre der Abend wohl für alle Beteiligten unglücklich verlaufen…..

Anmerkung:

Meinem Mitjäger ist es ähnlich wie Ingrid Kreul ergangen. Auch bei ihm stand der Wolf direkt neben dem Ansitzbock, er hatte keinen Hund dabei.

Mir graut daran zu denken, was passiert wenn ich ähnliches erleben muss. Aspe ist immer am Hochsitz, aber angeleint. Ich bin mir sicher, mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln würde ich versuchen meinem Hund zu helfen. Ich würde nicht daran denken, dass es nun schon fast 1,5 Jahre her ist als ein Holländischer Jäger bei einer Drückjagd in Brandenburg einen Wolf erschossen hat. Er hat dem im Einsatz stehendem Hund geholfen. Warum dauert die Entscheidung, dass dieses Vorgehen vor Gericht kommt, so lange. Einem von der Staatsanwaltschaft angebotenem Vergleich wurde nicht zugestimmt. Wir brauchen eine richterliche Entscheidung, ob wir in Zukunft bei Drückjagden und bei Nachsuchen unsere Hunde weiter einsetzen, aber auch schützen können.

Dr. Lutz Frank

 

23.10.2019

Hella Funke

Als Verbandsrichter auf der 50. Schorlemer des DLV

Hella 1

Es war mein Wunsch, wieder mal nach 2012 Teilnehmer bei einer Schorlemer zu sein. Es bot sich dieses Jahr an, Altbayern ist aus dem Vogtland recht gut zu erreichen. Einen Verbandsrichter zu schicken, war für den VDL Pflicht und nicht nur deshalb habe ich 4 Tage Streß eingeplant. Begonnen hat die Fahrt nach Dingolfing mit zusätzlichem Gepäck. Werbematerial, was der Langhaarverband unserem Verein für die Messe in Markkleeberg zur Verfügung gestellt hatte, mußte rechtzeitig bei der Suchenleitung abgegeben werden.

10.10.2018

Meine Erlebnisse anlässlich der 49. Schorlemer HZP in Rastede bei Oldenburg

 Von Leipzig ins Ammerland zum Suchenlokal, am Freitag bis nach Wilhelmshaven ins Feldrevier- keiner in Leipzig wollte uns abnehmen, dass wir über den Deich auf die Nordsee schauen konnten. Doch wichtiger für mich, wie gut werde ich mit meiner Erle v. d. Wilddiebsklippe die Schorlemer überstehen.
Erle ist mein 10. DL. In 38 Jahren meiner Zugehörigkeit zum VDL , musste ich klar anerkennen, wie hart und oft von Unwägsamkeiten (u.a. HD-C, Zahnfehler, Wesensmängel etc.) es geprägt ist, eine Zuchthündin heranzubilden. Mein Wunsch war es also, einmal im Leben zur Schorlemer zu führen. Lief mir doch langsam die Zeit weg. Ich bin jetzt 62 Jahre alt und schon vom zeitlichen Ablauf des eigenen Alters und der Lebenserwartung des eigenen Jagdhundes gibt es realistisch betrachtet nicht mehr so viele Möglichkeiten.
Ich bin deshalb sehr dankbar, dass unser Vorstand ihr Vertrauen in mich und meine Erle gesetzt haben, mein Selbstwertgefühl gefördert und vollste Unterstützung für eine Teilnahme an der Schorlemer an den Tag gelegt haben.