23.10.2019

Hella Funke

Als Verbandsrichter auf der 50. Schorlemer des DLV

Hella 1

Es war mein Wunsch, wieder mal nach 2012 Teilnehmer bei einer Schorlemer zu sein. Es bot sich dieses Jahr an, Altbayern ist aus dem Vogtland recht gut zu erreichen. Einen Verbandsrichter zu schicken, war für den VDL Pflicht und nicht nur deshalb habe ich 4 Tage Streß eingeplant. Begonnen hat die Fahrt nach Dingolfing mit zusätzlichem Gepäck. Werbematerial, was der Langhaarverband unserem Verein für die Messe in Markkleeberg zur Verfügung gestellt hatte, mußte rechtzeitig bei der Suchenleitung abgegeben werden.

Pünktlich im Suchenlokal angkommen und angemeldet erhielt ich viel Material, welches mir helfen sollte, mich bei dieser Prüfung zurecht zu finden. Erstes Chaos bei der offenen Richterbesprechung mit Bekanntgabe der Gruppen und Vorstellung der jeweiligen Richter.Viele Bekannte wurden getroffen und begrüßt, mein Richterobmann wurde mir vorgestellt..

Für Freitag war Zuchtschau und Wasserarbeit an drei Gewässern vorgesehen. Anstatt mich einer Wassergruppe anzuschließen versuchte ich selbstständig das Wasser zu finden. Ein Vorgehen, welches gründlich mißlang. Entschädigung fand ich dafür bei der Zuchtschau, 49 Hunde in drei Ringen war für die Formwertrichter Schwerstarbeit. Ich bewunderte mit welcher Ruhe und Sachlichkeit sie ihre Aufgabe meisterten. Hunde, die vom Wasser kamen, mussten anders wie die Ausgeruhten am Vormittag durch ihre Führer vorbereitet werden.

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Mit meinen Mitrichtern in der Feldgruppe, Josef Meier als Obmann und Peter Keller als Mitrichter hatte ich genau so viel Glück wie mit dem Revier. Ausreichend Hasen, halb soviel wünschte ich bei unseren eigenen Prüfungen, sowie soviel Federwild, dass die Hunde beste Leistungen zeigen konnten.
Der Festabend im voll besetzten Saal fand für viele kein schnelles Ende. Grußworte und Dankesreden wurden gehalten, anschließend die Erlebnisse ausgetauscht. Ob alles stimmte, was da erzählt wurde, habe ich icht überprüft.

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Der vierte Tag – Sonntag – stand ganz im Zeichen der Vorstellung aller Hunde mit der Prämierung des schönsten Rüden und der schönsten Hündin.
Die Preisverteilung im überfüllten Saal wäre eindrucksvoller gewesen, wenn sie bei diesem schönen Wetter im Freien statt gefunden hätte. Die Hunde wären dann auch dabei gewesen.

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Anschließend Heimfahrt, Streß zu Hause. Es mussten die in der Zwischenzeit erlegten Wildschweine zerlegt und eingefroren werden. An zeitigen Schlaf war nicht zu denken.

Bei allen kleinen Mißgeschicken, Hochachtung vor den Organistoren dieser Schorlemer. 52 gemeldete Hunde, 17 Feldgruppen, ein Suchenlokal mit entsprechendem Raum und Aussenanlagen muss erst mal organisiert werden und dann reibugnslos ablaufen. Deshalb mein Dank an die Organisatoren, diese Prüfung wird mir lange positiv in Erinnerung bleiben.

Viele neue Gleichgesinnte kennengelernt, viel Neues erlebt und viel Altes aufgefrischt ist das positive Facit. Sollte sich die Gelegenheit ergeben, werde ich gern wieder teilnehmen wollen.


02.10.2019

Der „Bohemia-Pokal“ in Tschechien – auch interessant für uns ?

Jährlich treffen sich Hundeführer und Richter nahe der Grenze zum Erzgebirge in Comotov zu einer außergewöhnlichen Prüfung – dem Nord Bohemia Pohar (Bohemia Pokal.) Als Verbandsrichter vertrat unseren Verein in diesem Jahr vom 07.09. – 08.09.2019 Christoph Baumann.

Bohemia 1

 

Samstag früh um 7:00 begann die Prüfung mit der Begrüßung aller Teilnehmer und der Richterrat begann mit seiner Arbeit. Neu für uns, mit aufgebrühtem Kaffee und Bier. Beim Teilnehmerfestantritt wurden Richter, Hundeführer und Hunde vorgestellt, sowie die Verlosung der Reihenfolge durchgeführt. Insgesamt traten 9 Hunde verschiedener Rassen zur Prüfung an, 2 gemeldete Hunde aus Deutschland mussten kurzfristig wegen Krankheit zurückziehen.

 

Der erste Tag stand ganz im Zeichen von Wald- und Wasserarbeit. „Fuchs über Hindernis“ wurde an einem Graben geprüft, dabei alle Hunde am gleichen Fuchs, der dann auch zur Fuchsschleppe im Wald verwendet wurde. Gleiches gilt für Feder- und Haarwild.
Für uns ungewöhnlich bei der Wasserarbeit, dass der Hund auf einer freien Wasserfläche nach rechts und links gelenkt werden muss, das Schilf darf er nicht durchstöbern. Die Prüfung an der lebenden Ente ist in der CZ leider nicht möglich.Bei der Auswertung des ersten Tages, der bestens organisiert war, erlebten wir im Suchenlokal wieder etwas Neues, der Kaffee wurde mit Rum getrunken.

Am zweiten Tag war die Feldarbeit zu prüfen. Imposant war der Prüfungsteil Gemeinsame Jagd - Streife, wo die Hunde ihre Leistungen im Vorstehen, Bringen und Gehorsam an ca. 30 vorher ausgesetzten Fasanen zeigen konnten, wobei alle Jagdsituationen realistisch waren. Vor jedem Hund wurde ein Stück erlegt.

Bohemia 2

Am späten Nachmittag ging es zurück in das Suchenlokal, danach die Auswertung der Prüfungsergebnisse und Preisvergabe in einem sehr feierlichen Rahmen. Alle Hunde kamen in die Preise, der Titel CACIT konnte aber nicht vergeben werden.

Es gab für jeden Hundeführer interessante Preise: 1 Sack Kartoffeln, 1 Sack Zwiebeln, 1 Sack Knoblauch, Wein und Hundefutter, auch mal eine gute Idee !

 Bohemia 4

 

 

Bohemia 3

 

 

Anmerkung: Eine Interessante Prüfung mit einigen Prüfungsfächern die für uns in Deutschland Neuland sind. Direkt an der Grenze gibt sie die Möglichkeit des Kennenlernens. 2020 ist diese Prüfung wieder geplant, eine Teilnahme von DL aus unserem Verein würde die Prüfungsleitung sehr freuen. Selbstverständlich können Übungstage in den entsprechenden Revieren organisiert werden, der Tschechische Langhaarklub würde uns dabei unterstützen. Bei Interesse melden Sie sich bei mir.

Ihr Christoph Baumann – Prüfungsobmann des VDL


20.05.2019

Ingrid Kreul

Was machen unsere Wölfe?

Am Wochenende war im Nachbarort Crash- Car- Rennen. Für viele ein Spaß.
Wir fuhren lieber in den Wald, warteten auf einen hellen Mond und beobachteten Hirsche. Gegen 1 Uhr im Bett hörten wir ein Knallen und Scherbeln direkt vorm Gartentor. Also raus, denn vielleicht war erste Hilfe nötig. Aber noch nicht mal in den Latschen fuhr das Auto weiter. Also zurück ins Bett.
Früh mit den Hunden los. Da lag am Fahrbahnrand ein Frischling von ca. 3 kg. Das Erstaunliche: er war fast weiß und hatte keine Streifen. Ein Albino.  Gegenüber im Getreide die Bache. Beide tot. Auch einige kleine Fahrzeugteile lagen herum. Nun ja, beim Crash- Car- Rennen gibt es auch Alkohol. Da holt man dann besser keine Polizei.

Also den Revierpächter verständigt und mit den Hunden nur eine kleine Runde gedreht, damit auch beide Stücke gefunden werden. Insgesamt waren es wohl fünf bis sechs Frischlinge gewesen. Die Überlebenden mussten also noch in der Nähe sein.

Am nächsten Tag beim Spaziergang versteinerte unsere älteste Hündin plötzlich und ging keinen Schritt weiter. Unweit unseres Hauses stand ein Wolf auf einer Waldschneise. Keine 30m von uns entfernt. Mit den fünf Hunden an der Leine rief ich ihn an: „Na, heute schon gefrühstückt? Gab es Frischling?“ Keine Reaktion. Ich winkte. Keine Reaktion. Er fixierte uns einfach. Die Hunde schauten ihn übrigens nicht an. Sie stehen in so einer Situation mit abgewendeten Köpfen ruhig neben mir und warten einfach ab.  Wir gingen weiter. Nun folgte uns der Wolf parallel im Stangenholz. Erst an der nächsten Dickung geriet er außer Sicht.
Was denkt der Wolf? Sagt ihm seine Wolfslogik, dass die Hunde starke Nahrungskonkurrenten sind? Schließlich lagen diese beiden toten Stücke bei uns--- und waren dann einfach weg. Oder war er der Meinung, wo dieses Rudel hin zieht gibt es bestimmt Futter?
Immer wieder erstaunlich und beängstigend ist, wie nahe uns der Wolf kommt und wie wenig Respekt er vor uns hat.


17.01.2019

Ingrid Kreul
Anmerkung: Die Fotos sind von mir im Revier gemacht, das Problem - wenn es in der Dickung oder dem Wald bricht denkt man an Sauen und hat das Gewehr parat, nicht den Fotoapparat

18.02.2019: Ingrid Kreul berichtet gerade, dass ihr am Wochenende erstmals ein Wolf gefolgt ist, als sie mit ihren Hunden im Revier gearbeitet hat. Sicher angelockt durch Schweißfährten, Schleppen usw. Es war ihr unheimlich und sie weiß jetzt nicht, wie es mit der Hundearbeit im gepachteten Jagdbezirk weiter gehen soll.

Jagen und Züchten im Wolfsrevier

Wir wohnen, jagen und züchten Deutsch Langhaar in der Lausitz. Hier gibt es prozentual die meisten Wölfe Deutschlands. Vor über zehn Jahren tauchten bei uns die ersten Wölfe auf.

Ich wurde zu einer Nachsuche auf Rehwild gerufen. Damals führte ich fünf brauchbare Kleine Münsterländer. Mein KIM- Rüde eignete sich besonders zur Nachsuche und zum Niederziehen bzw. Stellen von Wild. Doch nach etwa 100 m Fährte schien sich das Reh in Luft aufgelöst zu haben. Wir standen mitten in der Heide. Also holte ich einen zweiten Hund. Das gleiche Spiel. Wir fuhren ratlos nach Hause. Nun nahm ich alle Hunde mit und startete einen letzten Versuch. Die Meute rannte los und an besagter Stelle aufgeregt auf und ab. Plötzlich waren alle Hunde spurlos verschwunden. Fünf Hunde einfach weg? Ich rief und pfiff. Einer nach dem anderen tauchten sie wieder auf. Und nun kamen die Wolfsbeauftragten. Wir hatten eine Wolfshöhle entdeckt. Wäre mein erster Nachsuchenhund sofort dort rein gegangen, hätten wir den Wolf vielleicht überrascht. In der Meute fühlten sich meine Hunde stark. Zum Glück hatten wir den Wolf vorher genug beunruhigt und er war geflohen. Nun durften meine Hunde im Revier nur noch einzeln laufen. Bald gingen sie auch auf Fährten weiter, die der Wolf gekreuzt hatte. Aber sie blieben vorsichtig.

Wolf 4

 Mit meiner Deutsch Langhaar Hündin wurde ich nach Einbruch der Dunkelheit zu einer Nachsuche auf Rehwild gerufen. Bei Dunkelheit werden meine Hunde im Wolfsgebiet nicht geschnallt. Also bat ich den Jagdgast, eine erste Kontrollsuche mit seinem geprüften Hund am Riemen durchzuführen. Sollte eine Nachsuche mit Hetze nötig werden, wollte ich nach Sonnenaufgang zur Stelle sein. 
So fuhren wir am nächsten Morgen hin. Cosma reckte schon die Nase aus dem Autofenster und signalisierte: Das Stück liegt. Nanu, warum hatte der andere Hund nicht gefunden? Also alles klar... und ich ging unbewaffnet los.
Am Anschuss blieb Cosma zögerlich stehen. Nach mehrmaliger Aufforderung nahm die Hündin die Fährte an. Jedoch sehr langsam. Kein straffer Riemen. Immer wieder fragender Blick zurück. Nach etwa 50m blieb der Hund direkt neben mir. Vor uns prasselte es. Zwei Wölfe verschwanden unwillig in der nahen Dickung. Deckenfetzen, Schweiß und Hinterläufe vom Reh. Die Wölfe wissen, dass nach einem Schuss Wild liegt. Der Gast- Hund von der Nordseeküste hatte die nahenden Wölfe gewittert und nicht gesucht.

 Wolf 5 500

Im Welpenzwinger herrscht schon weitestgehend Sauberkeit. Die kleinen Welpen schaffen es auch nachts bis in den Welpenauslauf und lösen sich dort. Als die Zuchthündin abends dauerhaft überaus wütend am Zaun Laut gibt, fällt mir bei unserer Einzellage des Grundstücks nur Schwarzwild ein.
Früh haben sich die Welpen in der Unterkunft gelöst. Die Waschmaschine läuft. Alle Hundedecken sind betroffen. Das geht drei Nächte lang so. Warum plötzlich? Ohne die Mutterhündin verhalten sich die Welpen ängstlich und wollen den geschützten Zwingerteil nicht verlassen.
Mit den erwachsenen Hunden komme ich vom Morgenspaziergang und sehe ihn sitzen. Unweit unseres Hauses sitzt ein Wolf auf dem Weg. Eigentlich soll der Welpenauslauf bis an die Grundstücksgrenze erweitert werden. Aber das ist wohl kein guter Einfall. Für die Welpen ist der Wölf sehr bedrohlich. Sie wären für ihn leichte Beute. Der Instinkt rät ihnen, sich zu verstecken.

Wolf 2

Meine Hunde dürfen im Revier auf den Hauptwegen vorm Auto frei laufen. Ich bringe Eicheln auf die Kirrung und DL- Hündin Quilla wartet abgelegt neben dem Auto. Fahre ich los, muss sie liegen, bis der erlösende Pfiff kommt. Doch heute stürmt sie schon nach dem Anlassen des Motors los. Also springe ich wütend aus dem Auto, schaffe den Hund an den Ablegeort zurück und fahre zur Probe mehrfach mit dem Auto vor und zurück. Es klappt und Quilla darf rennen. Nach einer Waldecke biege ich rechts ab. Zu meinem Entsetzen sehe ich vor mir im Heidekraut zwei Wölfe liegen. Quilla rennt sehr schnell und war nach dem Ablegen total angespannt. Meine Trillerpfeife platzt fast, der Hund reagiert nicht. Die Wölfe laufen in Richtung der Kirrung. Quilla rennt auf dem Weg und scheint keine Witterung von den Wölfen zu haben. Doch die Wölfe bekommen nahe der Kirrung Witterung von mir und machen kehrt. Nun rennen Hund und Wölfe im spitzen Winkel direkt aufeinander zu und geraten 200m vor mir außer Sicht. Ich springe wieder ins Auto, gebe noch einen Doppelpfiff ab und will gerade das Gaspedal durchtreten, als Quilla wieder auftaucht. Mir ist schlecht. Aber eigentlich bin ich vormittags im Revier, weil meine Waffe einen Probeschuss nötig hat. Quilla wird also bald wieder am Auto abgelegt und ich gehe zum nahen Hochsitz. Nach dem Schuss knackt es aus Richtung Auto. Ist dieser Hund wieder aufgestanden? Nein, Quilla liegt brav, aber die Wölfe sind noch in der Nähe und werden vom Schuss angelockt.

Wolf 3

 Die Wölfe im Bundesforst sind noch nicht zu Problemwölfen geworden. Aufbruch, der nach Mensch riecht verbleibt bei uns nicht im Wald. Kirrungen gibt es nicht oder nur mit wenig Mais, Eicheln, Kastanien. Luderplätze findet man keine. Schließlich müssen wir uns doch fragen, wie es zur Domestikation des Hundes kam.
Eine Reduzierung des Wolfsbestandes würde den grauen Gesellen wieder etwas mehr Respekt vor dem Menschen beibringen. Aber eine Ausrottung des Wolfes wird es nicht geben. Wir müssen lernen, unser Verhalten anzupassen und unsere Hunde durchdachter einzusetzen. Die Wolfsschutzweste ist umstritten. Je nach Außentemperatur, Behaarung des Hundes und Dauer des Einsatzes besteht die Möglichkeit, dass der Hund überhitzt und kollabiert. Der beste Schutz für unsere Hunde ist die Nähe des Menschen.

Ohne Restrisiko geht es nicht. Derzeit sterben aber immer noch die meisten Jagdhunde durch Verkehrsunfälle und Schwarzwild

Mit freundlicher Genehmigung von JGHV und DJV können wir den Fleyer "Hundearbeit im Wolfsrevier" - Beilage im Heft 12/2018 "Der Jagdgebrauchshund" veröffentlichen

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