Geschichten aus dem Jahr 2018

Sie finden hier Geschichten unserer Mitglieder über ihre Erlebnisse im Jahr 2018.

 

 Karlheinz Krusche

10.10.2018

Meine Erlebnisse anlässlich der 49. Schorlemer HZP in Rastede bei Oldenburg

 Von Leipzig ins Ammerland zum Suchenlokal, am Freitag bis nach Wilhelmshaven ins Feldrevier- keiner in Leipzig wollte uns abnehmen, dass wir über den Deich auf die Nordsee schauen konnten. Doch wichtiger für mich, wie gut werde ich mit meiner Erle v. d. Wilddiebsklippe die Schorlemer überstehen.
Erle ist mein 10. DL. In 38 Jahren meiner Zugehörigkeit zum VDL , musste ich klar anerkennen, wie hart und oft von Unwägsamkeiten (u.a. HD-C, Zahnfehler, Wesensmängel etc.) es geprägt ist, eine Zuchthündin heranzubilden. Mein Wunsch war es also, einmal im Leben zur Schorlemer zu führen. Lief mir doch langsam die Zeit weg. Ich bin jetzt 62 Jahre alt und schon vom zeitlichen Ablauf des eigenen Alters und der Lebenserwartung des eigenen Jagdhundes gibt es realistisch betrachtet nicht mehr so viele Möglichkeiten.
Ich bin deshalb sehr dankbar, dass unser Vorstand ihr Vertrauen in mich und meine Erle gesetzt haben, mein Selbstwertgefühl gefördert und vollste Unterstützung für eine Teilnahme an der Schorlemer an den Tag gelegt haben.

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Es sei mir an dieser Stelle auch gestattet, Folgendes zu erwähnen. Wer im Leben etwas erreichen will, soll sich mit besseren und sehr guten Menschen umgeben als man vielleicht selbst ist. Das heißt, man braucht einen guten Coach, einen Trainer wie im Fußball. Und den hatte ich im Hundetrainer André Stoll, Inhaber der thüringischen und eigenen Jagdhundeschule gefunden.. Wir haben in Vorbereitung der HZP an so viel Wild und in jagdlichen Situationen geübt, wie ich vorher noch nie mit einem meiner Hunde gübt hatte.
Also alles in Allem waren wir guter Dinge und zur Schorlemer gut aufgestellt.
Die Erle schnitt mit 178 Punkten im guten Mittelfeld der Prüflinge ab. Ich war zufrieden, da es doch in etwa ihrem Leistungspotential entspricht. Hatten wir doch bei der heimischen HZP in Hassleben 176 Punkte erreicht. Eine bessere Note am Wasser wurde durch mein unnützes zusätzliches Kommando verschenkt. Aber wir hatten auch Glück und wahre Lichtblicke. Bei der ersten Arbeit im Felde mit Schussfestigkeit, Suche und Vorstehen kreuzte ein Hase in 100m Entfernung unseren Weg. Der Hund stand bombenfest vor, zog dann mehrfach langsam nach und ich sowie die Richter konnten ganz langsam auf den Hund zugehen und die Erle letztlich abtragen. Für beide Arbeiten, Naseleistung und Vorstehen gab es eine Note 11. Ich zwar stolz. Hatte ich in den Fächern noch nie eine 11 erhalten, gab es bisher in unserem VDL bislang für Höchstleistungen meist nur eine 10. Selbstverständlich wurde die Nasenleistung und das Vorstehen noch mehrfach bestätigt, gab es doch Wild, Fasanen und Hasen in Hülle und Fülle. Wir hatten insgesamt ein vorzügliches Revier, wie in alten Zeiten. Also Respekt und Anerkennung dem hervorragenden Team der Ausrichter der Ausleseprüfung.

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Eine Episode noch am Rande: Hatte ich doch bei der Wasserarbeit beim Abstreifen der Flinte über die Schulter meine Oberländer Jagdhundetrillerpfeife verloren: Ich war totunglücklich. Früher die Pfeife aus dem Westen geschmuggelt, über 40 Jahre alt und jeder Jagdhundeführer weiß bei ordnungsgemäßer Ausbildung seines Jagdhundes von der Bedeutung der Wunderwaffe des Trillerpfiffes. Das Glück kam von „Oben“. Auf dem Rückweg verwies mir mein Hund die Pfeife. Wir hatten sie wiedergefunden und ich war happy.

Und nicht zuletzt gab es am Freitag einen grünen Abend – mit Tombola. Ich gewann in der Tombola einen riesigen Ammerländer Schinken. Dreimal Glück auf einer Schorlemer. Was will ich mehr?
Waidmannsheil und Waidmannsdank


Mario Schiemann  

08.10.2018                                                                                                                                                                                              

Die Schorlemer 2018 sollte ein Höhepunkt in meiner kynologischen Laufbahn werden, aber es kam nicht so wie erwartet.
Seit etwa 10 Jahren führe ich DL in einem Revier in der Nähe von Brandenburg. Meine erste Hündin Kira v. Schatzrain verlor ich bei einer Nachsuche durch einen leichtfertigen Schützen. Der Züchter vom Schatzrain übergab mir uneigennützig eine seiner Hündinnen, damit wir im Revier einen brauchbaren Hund zur Verfügung hatten. Nachdem ich mit ihr mehrere Jahre gejagt hatte, bekam ich als Welpe die Quandola, die ich zur VJP führte. Dann verlor Dietmar Göpfert seine Zuchthündin und ich gab ihm Quandola zurück.
Deshalb wieder ein Neuanfang, diesmal mit Safira v. Schatzrain. Mit 12 Monaten die Jugendsuche, alles 11 außer Hasenspur 10, sichtlaut und Armbruster Halt-Abzeichen brachten mich schon daran zu denken, die Hündin auf der Schorlemer zu führen. Die HZP mit 184 Punkten, HD frei, beste Beurteilung bei der Zuchtschau bestätigten den Entschluss und Safira wurde von unserem Verein gemeldet.
Abreise am Donnerstag 4:00 Uhr um nach ca. 400 km rechtzeitig am Prüfungsort zu sein. Große Begrüßung durch die anderen Mitglieder unseres Vereins, für die anderen Teilnehmer war ich fremd, viele bestaunten die tolle Form meiner Safira. Sie war noch Jugendklasse (es fehlten 2 Tage) sonst wäre ein „V“ möglich gewesen.

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 Safira hatte vor der Teilnahme an der Zuchtschau schon 3x eine Formwertbeurteilung, selbstverständlich mit Gebisskontrolle, durch anerkannte Formwertrichter über sich ergehen lassen. Am Donnerstag aber wurde durch eine Richteranwärterin im Ring eine Lücke im Bereich des P3 entdeckt, der P1 wurde doppelt bewertet und damit hätte dies das Aus nicht nur für die Schorlemer, sondern auch für die Zucht bedeutet. Nur ein Gutachten konnte Abhilfe und Klärung schaffen, dies wurde am Abend vor der Prüfung erstellt, selbstverständlich musste die Hündin in Narkose gelegt werden. Der P1 war nicht doppelt, sondern der „doppelte P1 ist der P2, erkennbar an der doppelten Wurzel“. Damit wurden die vorherigen Beurteilungen bestätigt.

 

Große Sorge, was dies für den kommenden Tag bedeutet. Unterstützung bekam ich durch Angela Göpfert, die mich mehrmals davon abgehalten hat, die verstörte Hündin zurück zu ziehen. Besonders deutlich konnte man das in den Bringfächern erkennen und im Abschluss bei der Wasserarbeit, sonst ihre absolute Stärke. Zuspruch bekam ich auch von den anderen Führern und Führerinnen in der Gruppe, wir haben es durchgezogen und die Schorlemer bestanden. Sicher hatte ich mir eine höhere Punktzahl versprochen, aber im Nachhinein bin ich stolz, was Safira geleistet hat und nun das „SP“ in der Ahnentafel steht. Was bleibt ist eine tolle Erinnerung an 3 Tage unter DL-Führern und Züchtern, an die Unterstützung durch unsere Truppe und auch dem Entgegenkommen des Suchenleiters, die Beurteilung der Hündin bei der Zuchtschau bis zum Vorliegen des Gutachtens auszusetzen.
Gute Gespräche, viele Führer von DL kennengelernt, toller Zusammenhalt ohne Konkurrenzdenken, aber auch 220,00 € für ein unnötiges Gutachten bleiben in Erinnerung, aber auch der Wille Safira im kommenden Jahr auf der VGP zu führen.

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30.07.2018

Dr. Lutz Frank

Vorbereitung unter Polizeikontrolle

 Der Mond scheint blutrot, der Mars ist seit Jahren der Erde am nächsten und darunter auf Polizeigelände ein Wohnwagen und ein Transporter.

Zur Vorbereitung unseres Vereinstages gehörten nicht nur Absprachen mit den Revierinhabern, Anglern und natürlich Einkauf und Verpackung der Verpflegung. Letzteres, so berichtete mir Angela, wurde am Freitag ab 14 Uhr in Angriff genommen und selbstverständlich noch am Abend die Fahrt nach Hassleben angetreten. Man wollte ja am Sonnabend pünktlich sein. Es wurde eine passende Stelle gesucht, direkt an einem Teich, welcher von der Polizei als Angelteich angemietet ist.

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Das Objekt der Kontrolle

Mitten in den gemütlichen Ausklang des Abends unter glutrotem Mond ( was man erst in über 100 Jahren wieder beobachten kann) wurden die „schwarzen Camper“ durch grelles Fernlicht eines Autos geblendet, welches kurz vor ihnen unter einer erheblichen Staubwolke bremste. Freundliche, aber konsequente Polizisten stiegen aus, verlangten selbstverständlich Ausweis und Papiere und den Grund dieses Aufenthaltes an nicht genehmigter Stelle. Ausführlich konnte erklärt werden, warum zu dieser Zeit und an dieser Stelle ein sicherer Ort für die Veranstaltung am kommenden Tag gewählt wurde. Von der Staatsgewalt wurde dies freundlich akzeptiert. Als dies alles zur Zufriedenheit geklärt war, fiel den Beamten eine lange Angel auf dem Transporter auf, die nach Ihrer Meinung dort nichts zu suchen hatte. Man befand sich ja am Angelteich der Polizei und hatte keinen gültigen Angelschein. Auch das konnte geklärt werden, diese Angel war als Reizangel für unsere Welpen am nächsten Tag vorgesehen. Bilder vom Vereinstag beweisen dies. Ich glaube, Angela und Dietmar fühlten sich in dieser Nacht durch unsere Staatsmacht wohlbehütet und hatten einen guten Schlaf.


Unser Obmann für das Prüfungswesen hat in einem kurzen Beitrag seine Arbeit beschrieben, welche Arbeit notwendig ist, Verbandsprüfungen durchzuführen. Vielleicht hilft es z.B. zu erkennen, wie wichtig bei der Vorbereitung die Einhaltung der Meldefristen ist.

Was passiert eigentlich hinter den Kulissen einer Verbandsprüfung ?

Lange vorher, meist im Herbst des Vorjahres werden die Termine für unsere Jagdhundeprüfungen vom Vorstand festgelegt und an das Stammbuch Amt des JGHV gemeldet. An den “Der Jagdgebrauchshund” werden ebenfalls die Termine zur Veröffentlichung mitgeteilt. Hier müssen die Anmeldefristen beachtet werden. Die ersten Prüfungen sind die Verbandsjugendprüfungen: Oftmals ist der Obmann für das Prüfungswesen in unserem Verein auch der Prüfungsleiter und im Frühjahr beginnen schon die ersten Überlegungen, wieviel Hunde werden es sein, die auf unserer VJP laufen. Danach richtet sich auch der Einsatz und die Anzahl unserer Verbandsrichter und die Einladung weiterer Verbandsrichter aus anderen Vereinen. Werden es 2 Gruppen oder werden es 3 Gruppen ? wieviel Übernachtungen müssen bestellt werden ? Welche Reviere sind geeignet und hoffentlich sind genügend Hasen vorhanden ? Bei der Druckerei werden die Prüfngszeugnisse und Richterbücher bestellt. VJP Vorstehen

Mit Nennschluß sollten alle Nennungen auf Formblatt 1 vollständig bei mir vorliegen, des weiteren die Kopie der Ahnentafen und die Kopie der Bezahlung des Nenngeldes. Mit dem jeweiligen Hotel werden nochmals die Buchungen für die Übernachtungen abgestimmt, unsere Schatzmeisterin Hella Funke bekommt eine Übersicht welche Hunde gemeldet sind und welche Verbandsrichter zum Einsatz kommen.Es werden die Zensuchenblätter vorbereitet und die Richterbücher geschrieben. Abschließend bereite ich noch die Urkunden für die bestandene VJP vor, so daß am Prüfungstag die Auswertung und Preisvergabe relativ schnell erfolgen kann. Der Prüfungstag beginnt mit der Abgabe der Orginalahnentafel und der Kontrolle des Impfausweises vom Hund und des Jagdscheines vom Führer und der Verbandsrichter. Anschließend erfolgt eine Richterbesprechung und die Eröffnung der Prüfung mit Vorstellung aller Beteidigten. Und jetzt beginnt die Hoffnung beim Prüfungsleiter, daß Alles gut geht ! Nach der Prüfung werden die Ergebnisse in die Zensurenblätter übertragen und von den Verbandsrichtern unterschrieben, in den Ahnentafeln wird die Prüfung bestätigt und die Urkunde wird fertig gemacht.

HundMit der anschließenden Preisvergabe ist der Prüfungstag beendet. Und jetzt beginnt die Hoffnung beim Prüfungsleiter, daß Alle zufrieden sind. Innerhalb der nächsten 4 Wochen werden dann die Prüfungsergebnisse aller Hunde nochmals im Formblatt zusammengestellt und mit den Zensurenblätter und Nennungen an das Stammbuch Amt geschickt. Weiterhin erhält die Redaktion unseres DL- Mitteilungsheftes die Prüfungsergebnisse übermittelt. Und im Herbst beginnt alles von vorn,  Euer Prüfungsobmann Christoph Baumann